Auch wenn die US-Mainstream-Medien und deren europäische Verbündete den Pseudo-Aufschwung in den USA verkündeten, so ändert das nichts an der Tatsache, dass die Vereinigten Staaten kurz vor einem großen Absturz stehen.
Zu den wichtigsten Indizien hierfür kann man in unseren Zeitungen nichts lesen und im Fernsehen nichts sehen. Zum Beispiel, dass rund 40 Millionen Amerikaner (mehr als 15 % der Bevölkerung) auf Lebensmittelgutscheine angewiesen sind.
Die Immobilienzwangsvollstreckungen liegen weiterhin auf sehr hohem Niveau und die Tatsache, dass sie nicht noch höher liegen, wird gerne als Beweis genommen für eine Stabilisierung des Immobilienmarktes. Dabei wird verschwiegen, dass der Grund für das nicht weitere Ansteigen in einer Überlastung der Gerichte liegt, die die Vollstreckungen nicht bearbeiten können.
Die US-Bundesstaaten, Kreise und Kommunen bauen immer mehr Personal ab. Die Stadt New York will bis zum kommenden Sommer 14.000 Lehrern kündigen. Kalifornien kündigt 23.000 Lehrern. Sozialprogramme werden gestrichen, Gefängnisse, Polizeistationen und Feuerwehrwachen im ganzen Land werden geschlossen.
Einige Staaten versuchen, Spielcasinos wie in Las Vegas zu gründen, um durch Glücksspiel und den Verkauf von Alkohol neue Steuerquellen zu erschließen. Im Schwarzenegger-Land Kalifornien liegt die Rate von nicht- oder unterbeschäftigten Personen inzwischen deutlich über 20 Prozent.
Die Bauindustrie bricht weiter ein und selbst die Fed gibt zu, dass der Privatkonsum, der auf Kredit angewiesen ist, nicht wieder Fahrt aufnimmt.
Diejenigen, die öffentlich und lauthals darüber jammern, dass der Euro/US-Dollar-Wechselkurs von 1,23 schlecht für die Eurozone wäre, sollten sich einmal klar machen, dass damit alle Aussichten für eine Exportsteigerung der USA und eine Reduzierung der Defizite zunichte gemacht werden.
Durch das neue Gesundheitsgesetz werden die Gesundheitsausgaben noch weiter steigen, ohne dass irgend jemand konkret wüsste, wie das alles finanziert werden soll.
Und – last but not least – der Stolz der USA, das Miltär, wird künftig auf viele seiner teuren Waffensysteme verzichten müssen, weil das Geld für neue Flugzeugträger und Atom-U-Boote nicht mehr aufgebracht werden kann – Gott sei Dank.
All diese Themen werden kurzzeitig mit der willkommenen Euro-Krise überdeckt, doch diese Krise ist nicht das Ende Europas und schon gar nicht die Rettung Amerikas. Die Konsequenz werden weiterhin steigende Edelmetallkurse sein – sowohl in Euro als auch in Dollar.
© Hubert Roos




