Täglich werden an der LBMA (London Bullion Market Association) ca. 20 Millionen Unzen Gold gehandelt. Das bedeutet, dass jeden Tag etwa ein Viertel der weltweiten jährlichen Goldproduktion umgeschlagen wird. Wie das funktioniert, ist für die meisten Menschen ein Mysterium, denn so viel Gold ist in physischer Form für den Handel gar nicht verfügbar.

Mit Techniken wie dem Short-Selling, mit dem gezielten Einsatz von Derivaten und mit enormen Investitionssummen gehen die Profis bei Gold auf Schatzsuche. Viele Privatanleger, die mit dem Handel von Gold-Optionen und Optionsscheinen ihr Glück versuchen, wissen oft nicht so recht, wie ihnen geschieht, wenn sie – anstatt ein großes Vermögen anzuhäufen – schlaflose Nächte verbringen, weil ihre Wetten urplötzlich oder nach und nach verfallen.

Manchmal schöpfen sie wieder Mut, wenn wieder einmal ein kleiner Erfolg dazwischen kommt, aber in den meisten Fällen sind die Verluste schmerzhaft und größer als die gelegentlichen Gewinne. Sieger in diesen ungleichen Schlachten bleiben die hartgesottenen Player der Investmentbanken.

Solange sich die privaten Investoren auf dem gleichen Terrain wie die Big Boys bewegen, wird ihre Ausbeute  immer wesentlich geringer sein. Es gibt jedoch Gebiete, in denen die Profis ihre Überlegenheit nicht  ausspielen können. Den meisten privaten Anlegern ist nämlich nicht richtig bewusst, dass sie  Trümpfe besitzen, denen die großen Schatzjäger nichts entgegen zu setzen haben.

Die wichtigste Regel, die für alle Märkte gilt, ist das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Auch wenn die Notenbanken und die großen Investmentbanken beim Gold ihre Hände im Spiel haben, kann dieses Grundgesetz für den Goldmarkt nicht außer Kraft gesetzt werden. Aufgrund der weiterhin starken Nachfrage und der Tatsache, dass schon seit vielen Jahren der Bedarf aus dem Verzehr von Notenbank- Reserven gedeckt wurde, ist davon auszugehen, dass  bei Gold der Preis auf mittlere und längere Sicht weiter steigen muss.

Die zweite wichtige Regel betrifft den Faktor Zeit. Im Kurzfristbereich haben Privatanleger gegen professionelle Trader keine echte Chance. Wer in Zeiträumen von zwei bis drei Wochen – oder noch kürzer – erfolgreiche Geschäfte tätigen will, braucht sehr viel Erfahrung und beste Informationen. Auch im Mittelfristbereich ist es für Privatinvestoren sehr schwer, sich richtig zu positionieren.

Im Gegensatz dazu ist es verhältnismäßig leicht festzustellen, ob sich ein Markt  in einem Aufwärtstrend oder in einem Abwärtstrend befindet. Man muss kein Full-Time-Profi sein, um anhand eines Langfrist-Charts festzustellen, woher der Wind weht.  Wenn man – wie bei Gold – einen längerfristigen Aufwärtstrend erkennen kann, sollte man sich nicht von kurzfristigen Prognosen oder Marktmeinungen irritieren lassen.

An dritter Stelle spielt beim Gold das Short Selling und das Leihgeschäft eine bedeutende Rolle. Die Player in diesem Geschäft setzen riesige Geldsummen ein, um den Preis zu beeinflussen. Sie wollen Gold  nicht physisch besitzen, sondern sie wollen den Markt beherrschen und Papiergewinne aus den Volatilitäten erzielen. Dieses Spiel kann nur erfolgreich gespielt werden, solange die Geschäfte ausschließlich auf dem Papier oder elektronisch ablaufen.

Sobald das echte Metall ge- und verkauft wird, funktioniert dieses Geschäftsmodell nicht mehr. Der Privatanleger kann sich das Wissen um die Leerverkäufe zunutze machen – nicht indem er ebenfalls in solche Geschäfte einsteigt, sondern indem er genau das Gegenteil davon tut. Er kauft sich echtes physisches Gold und besitzt es damit wirklich.

Dieses Gold in seinem privaten Besitz  kann nicht mehr von Banken verliehen werden. Dadurch, dass er den Banken die Verleihmöglichkeit entzieht, verhindert er, dass die Geldjäger mit geliehener Ware den Preis seines Schatzes drücken können. Damit schließt sich der Kreis und wir sind wieder bei Grundregel Nr. 1 angelangt: Angebot und Nachfrage.

Wenn physisches Gold gekauft wird, steigt die Nachfrage. Mit dem Kauf des physischen Goldes und dessen Aufbewahrung an einem ruhigen Ort verringert sich gleichzeitig das Angebot. Auf diese Weise wird den Spekulanten Schritt für Schritt die Grundlage für ihr Geschäft entzogen.

Wer echtes Gold besitzt, steht nicht unter Druck wie die Käufer von Futures, Optionen und anderen Derivaten mit Verfallsdatum, die in kurzen Zeiträumen von wenigen Tagen oder Wochen  agieren müssen. Solange man auf den langfristigen Charts erkennen kann, dass der Haupttrend in die gewünschte Richtung zeigt, braucht man sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und man muss keine schlaflosen Nächte verbringen, um Gewinne mit Gold zu erzielen.

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