Der anerkannte Gold-Analyst Adrian Douglas geht in seinem jüngsten Report davon aus, dass an der LBMA (London Bullion Market Association) zwischenzeitlich mehr als 50.000 Tonnen Gold verkauft wurden, die nur auf dem Papier, nicht aber in der Realität existieren. Diese Menge entspricht in etwa dem Fördervolumen von 25 Jahren.
Gold ist der einzige Rohstoff ist, der gefördert und gekauft wird, der jedoch nicht zum Verbrauch im eigentlichen Sinne bestimmt ist. Gold wird seit Jahrtausenden als Geldspeicher, als Wertaufbewahrungmittel genutzt. Der London Bullion Market ist der wichtigste außerbörsliche Handelsplatz für Gold und Silber. Seit 1919 wird dort der Weltmarktpreis für Gold festgestellt und von der LBMA “koordiniert”.
Fünf Banken führen zweimal täglich ein Goldfixing durch, mit dem Ziel, möglichst viele Transaktionen zu einem Fixpreis abzuwickeln. Seit Juni 2004 findet die Sitzung, die früher dauerhaft von Rothschild geleitet wurde, unter jährlich rotierendem Vorsitz in der Barclays Bank statt. Zu dieser Veranstaltung treffen sich jeweils ein Vertreter der ScotiaMocatta, der Barclays Bank, der Deutschen Bank, der HSBC Bank sowie der Société Générale, die alle Mitglieder der London Bullion Market Association (LBMA) sind.
Das Silberfixing wird täglich einmal durchgeführt. Bei der Veranstaltung führt die Bank of Nova Scotia-ScotiaMocatta den Vorsitz und fixiert zusammen mit der Deutschen Bank und HSBC Bank USA den Silberpreis. Nachdem das Geschäft zustande gekommen ist, sorgen sogenannte Clearinggesellschaften für die Abwicklung der Transaktion.
Das tägliche Handelsvolumen der LBMA bei Gold bertägt etwa20 Millionen Unzen. 20 Millionen Unzen Tag für Tag! Was soviel bedeutet, dass jeden Tag etwa ein Viertel der weltweiten jährlichen Goldproduktion an der LBMA umgeschlagen wird. Man muss kein Physik- oder Mathe-Diplom besitzen, um sich vorzustellen, dass bei diesen Geschäften, wo angeblich physisches Gold gehandelt wird, nicht genügend Barren vorhanden sind, um diese Vorgänge reell abzubilden.
Im Klartext heißt das: es wird mehr physisches Gold (und Silber) verkauft als vorhanden ist. Diese mathematische Zauberei funktioniert nur deshalb, weil die meisten Gold- und Silberinvestoren ihr wertvolles Gut in sogenannter Sammelverwahrung oder in ETF`s (Exchange Traded Funds) haben. Dort ist nicht jeder einzelne Barren mit einer Identifikationsnummer gelistet und dem Eigentümer direkt zugeordnet, sondern das Gold und Silber ist sozusagen “Gemeinschaftseigentum”.
Und wie die Systeme mit Gemeinschaftseigentum umgehen, ist zulänglich bekannnt. Das eröffnet die lukrative Möglichkeit, dass analog zum Giralgeldsystem Gold und Silber verkauft wird, das gar nicht existiert. Die Stunde der Wahrheit kommt, wenn die Eigentümer ihre Ware sehen wollen.




