Mit Erleichterung haben die Finanzmärkte die vorhersehbare Einigung im US-Schuldenstreit aufgenommen. Vorhersehbar war diese Einigung, da sie – wie in Deutschland Frau Merkel gesagt hätte – “alternativlos” war. Der Kompromiss im Schuldenstreit scheint zunächst das Schlimmste verhindert zu haben, aber die Explosion der US-Schuldenbombe ist damit nur verzögert – nicht verhindert – worden.
Vor dem Hintergrund des wachsenden Misstrauens gegenüber der Bonität der US-Staatsanleihen kommt der Zeitpunkt immer näher, an dem die großen Staaten in einen « Kaufstreik » von US-Staatsanleihen eintreten werden. Die Folgen werden sofort spürbar sein: Preisverfall für US-Staatsanleihen und Anhebung der Zinsen, um dennoch Käufer anzuziehen. Dies könnte bereits im Oktober 2011 passieren. Wichtig wäre es dann für Sie als Anleger, dass Ihre Geldanlagen nicht zu den 15.000 Milliarden US-Dollar gehören, die sich dann in Rauch auflösen werden.
Für Anleger, die noch amerikanische Geldanlagen halten, wird sich eine schwierige Situation egeben, da alle Investoren den Notausgang suchen, der dann zu eng sein wird. Es ist damit sehr schwierig, für Anlagen, die sich als Scheinvermögen herauszustellen könnten, Käufer zu finden. Damit wird Geldanlage wieder zu einer Beschäftigung, die hohe Kompetenz und Gespür verlangt, was in den letzten drei Jahrzehnten, als man fast nichts falsch machen konnte, in Vergessenheit geraten ist.
Jeder, der seine Vermögenswerte von Dritten verwalten lässt, sollte sich vergewissern, dass die beauftragten Personen nicht dem Irrglauben verfallen sind, die Lektüre der großen internationalen Finanzmedien und der Pressemitteilungen der Zentralbanken reiche aus, um die großen Tendenzen zu erkennen und zu verstehen. Vertrauen Sie Ihre Werte lieber denen an, die nicht dem Mainstream folgen, um nicht wie schon 2008 Verluste zu erleiden.
Die klassischen Berater haben damals wie heute versagt.
Ob die Fed, das Zentralbank-System der Vereinigten Staaten, nach 100 Jahren ihres Bestehens vor dem finanziellen und politischen Ende steht – der Sommer 2011 wird es zeigen. Denn das Auslaufen von Quantitative Easing II – samt allen damit verbundenen Gefahren – und der eigene Überlebenskampf stellen die Federal Reserve vor gewaltige Herausforderungen.
Derzeit erntet die amerikanische Zentralbank von allen Seiten nichts als Kritik – von der Justiz dazu verurteilt, den Aufsichtsbehörden wie der Öffentlichkeit mehr Einblick in ihre Tätigkeiten zu gewähren, von Politik und Presse einem Angriff nach dem anderen ausgesetzt. Und selbst in den Reihen der Partnerorganisationen anderer Länder sind die Unterstützer rar geworden.
Gelingt es der Fed, entgegen aller negativen Erwartungen, Quantitative Easing II ohne größeren Schaden für die US-Wirtschaft zu Ende zu bringen – es würde an ein Wunder grenzen. Sehr viel schärferen politischen Kontrollen wäre sie auch dann ausgesetzt. Wahrscheinlicher ist dagegen ein anderes Szenario: Die Stimmen, die das Ende ihres Sonderstatus fordern, werden laut und damit unüberhörbar werden. Das wäre das Ende ihres Privilegs, wie kein zweites Institut in der Welt die Interessen der Privatbanken zu verfolgen.
Kommt es hart auf hart, droht der einst so mächtigen Zentralbank der politische und finanzielle Bankrott. Mit allen Konsequenzen – von der eigenen Abschaffung bis zur juristischen Verfolgung ihrer Führungskräfte. Diese hätten auch zu verantworten, dass die Fed nach wie vor Wertpapiere im Nennwert von mehr als 1000 Milliarden(!) Dollar hält, die einzig und allein durch Immobilien mit weiter sinkendem Marktwert abgesichert sind. Eine zusätzliche Gefahr: Zieht die Inflation weiter an, wird sich mit dem Anstieg der Zinsen auch die Vergabe von Krediten verteuern. So wird das Ende der Federal Reserve immer wahrscheinlicher.
Bedenkt man ferner, dass sich Fed und US-Finanzministerium darauf verständigt haben, die Regeln der geordneten Buchführung im Sinne der Fed zu ändern, so ist auch das ein untrügliches Zeichen für den Ernst der Lage. Andernfalls würden Verluste und Eigenkapitalreduzierungen unweigerlich in den Bilanzen der Fed auftauchen. Dieser Griff in die buchhalterische Trickkiste könnte sich rächen, wenn der Zorn der Steuerzahler gegen Washington weiter wächst. Wer die Belange der eigenen Bevölkerung so außer Acht lässt, darf sich nicht wundern, wenn diese irgendwann aufbegehrt.
Anders als die geschönten Werte vermuten lassen, liegt die reale Inflationsrate der USA derzeit wohl bei rund 10 Prozent. Auf diesen Wert kommt, wer die 1980 angewandte Berechnungsmethode zugrunde legt. Sie stammt aus der Zeit von Paul Volcker, einem früheren Präsidenten der Fed. Ihm gelang es mit konsequentem Durchgreifen, die Inflationsspirale zu zerschlagen, in der das Land schon einmal gefangen war.
Weitere Gefahren drohen, wenn Länder, deren Währungsreserven auf Dollar ausgelegt sind, wie jetzt Japan, in der Not darauf zugreifen müssen. Um möglichen Abwertungen zuvorzukommen, könnten weitere Nationen ihre Dollarbestände vorzeitig auflösen. Es käme zu verstärkten Dollarverkäufen und in der Folge zu realen Wertverlusten der US-Währung. Das würde erneut die Flucht aus dem Dollar mit allen Konsequenzen nach sich ziehen.
Ist dieser Teufelskreis aber erst einmal in Gang gesetzt, dürfte spätestens im Herbst 2011 allgemeine Panik im globalen Geld-, Wirtschafts- und Finanzsystem ausbrechen. Was, wenn es die Fed dann nicht mehr gibt? Niemanden, der erneut als Kreditgeber einspringen und versuchen könnte, faktisch wertlose Anlagen auf ihrem nominalen Wertniveau zu halten?
Welchen Schluss sollten Anleger aus dieser Entwicklung ziehen?
Es empfiehlt sich, weiterhin in sichere Werte wie Gold und Silber zu investieren. Wir betonen: Einen wirksamen Schutz bieten aber nur physisches Silber und Gold. Denn Gold- und Silber-Zertifikate sind letztlich nichts anderes als Forderungen gegenüber dem Emittenten. Und davon sind sehr viel mehr im Umlauf als real existierendes Gold und Silber.
15. März 2011
Der Fall der Berliner Mauer hat gezeigt, wie tiefgreifend historische Umbrüche sein können. Die Aufstände in der arabischen Welt führen uns das erneut vor Augen: Die Mauer, die Diktatoren und Unrechtsregimes zum Erhalt der eigenen Macht hochgezogen haben, gerät dabei ebenso ins Wanken, wie der von den Vereinigten Staaten zur Sicherung der eigenen Ölinteressen in der Region errichtete Schutzwall. Brechen beide Bollwerke zusammen, wird auch der Einsturz der Petrodollar-Mauer immer wahrscheinlicher.
Der antifaschistische Schutzwall, wie die DDR-Regierung die Berliner Mauer einst nannte, wurde nicht ohne Grund errichtet. Er gehörte zum „Eisernen Vorhang“, den die Sowjetunion um ihre Satellitenstaaten gezogen hatte, um diese systematisch vom Westen abzuriegeln. Die Mauer diente den kommunistischen Parteien im Ostblock zur Absicherung ihrer Herrschaft und Moskau zur Kontrolle der sozialistischen Brüder und Schwestern. Im Gegenzug sicherte Moskau der kommunistischen Führungsriege den Erhalt von Macht und Privilegien zu.
Bis zum Bau einer realen Mauer mussten die Diktatoren und Willkürherrscher der arabischen Welt erst gar nicht gehen: Ihnen reicht es, in den Köpfen ihrer Untertanen eine Mauer der Angst und des Schreckens zu errichten, um die eigenen Machtinteressen durchzusetzen. Mit Tyrannei und Terrorherrschaft legitimierten sie zugleich das Unrecht, sich am Hab und Gut ihrer Untertanen zu bereichern.
Wie erklärt sich aber, dass die Mauer der Unterdrückung und Ausbeutung so lange unangetastet blieb? Ohne Zweifel haben die Vereinigten Staaten ihren Anteil daran. Über ihre guten Beziehungen zu den Machthabern der arabischen Welt wahrten sie die eigenen Interessen: Sie bauten die Dominanz ihrer harten Währung aus, erhielten darüber einen privilegierten Zugang zu den reich sprudelnden Erdölquellen am Golf und konnten sich als Schutzmacht Israels positionieren.
Seit den Jugendprotesten in der arabischen Welt gehen die Rechnungen der arabischen Machthaber und US-Strategen nicht mehr ganz auf. Der Unmut über die Perspektivlosigkeit ganzer Generationen setzte die Regierenden erstmals ernsthaft unter Druck. Getragen von immer breiteren Bevölkerungsgeschichten brachte der Mut der Aufständischen inzwischen die ersten Machthaber zu Fall.
Vor dem Hintergrund dieser spektakulären Ereignisse rechnen einige der schärfsten Analysten der Finanzwelt schon zum Jahresende 2011 mit dem Fall der Petrodollar-Mauer. Für die USA wäre das fatal: Könnten sie ihre Ölimporte doch nicht mehr wie bisher finanzieren. Sie hätten auch ihr Ziel verfehlt, die immensen Erdölreserven der Region zu kontrollieren. Misslungen wäre ihnen außerdem der Versuch, die Vormachtstellung des Dollars als weltweit alleiniges Zahlungsmittel für Öl beizubehalten – ein Ziel, das sie bereits in den achtziger Jahren nach der Aufkündigung der Goldbindung erreicht hatten.
Unter dem Eindruck der Krise in der arabischen Welt ist es mit der Beständigkeit des Dreiergespanns Öl – Stabilität – Dollar vorbei. Die Folgen werden global spürbar sein: in der Weltwirtschaft, auf den weltweiten Finanz- und Devisenmärkten, in den internationalen Beziehungen. Die Euro-Krise wie die US-Immobilienkrise wären dann nur ein laues Lüftchen, gemessen an dem Sturm, auf den sich die Welt in absehbarer Zeit gefasst machen müsste.
Welchen Schluss sollten Anleger aus dieser Entwicklung ziehen?
Wenn man die heikle Großwetterlage betrachtet, kann es nur eine Empfehlung geben: in beständige Werte zu investieren. Da spricht alles – wie so oft – für Gold und Silber, zwei der sichersten Anlageformen unserer Zeit.
August 1971 – U.S. Präsident Richard Nixon hebt den Gold-Standard auf, der seit Bretton Woods1944 Bestand hatte. Der Goldkurs wurde damals auf 35 US-Dollar pro Unze fixiert
August 1972 – Die USA werten den Dollar auf 38 $ pro Unze ab – fast 10 Prozent
Mai 1973 – Die USA werten den Dollar auf 42.22 $ pro Unze ab
Januar 1980 – Gold erreicht Rekordhoch bei 850 $. Starke Inflation wegen hoher Ölpreise. Die Sowjetunion besetzt Afghanistan
August 1999 – Gold erreicht Tief von 251 $ aus Furcht davor, dass Zentralbanken ihre Goldreserven abverkaufen. Minengesellschaften verkaufen große Goldmengen auf Termin, um sich gegen weiter fallenden Goldpreis zu schützen
Oktober 1999 – Gold erreicht neues 2-Jahreshoch bei 338 $ nach dem Washingtoner Goldabkommen, worin 15 europäische Zentralbanken eine Begrenzung der Goldverkäufe vereinbaren
Februar 2003 – Gold erreicht neues 4-Jahreshoch kurz vor Ausbruch des Irak-Krieges
Dezember 2003 bis Januar 2004 – Gold durchbricht erstmals seit 1988 die 400-Dollarmarke
November 2005 – Gold übersteigt erstmals seit 1987 die 500-Dollarmarke
April 2006 – Gold erklimmt 600 $, Höchststand seit 1980
Mai 2006 – Gold bei 730 $; Investoren schützen sich gegen schwachen Dollar, teures Öl; Angst vor Irans Nuklearprogramm
Juni 2006 – Abverkauf von Gold durch Spekulanten, Goldpreis sackt 26 Prozent auf 543 Dollar
November 2007 – Gold hat sich prächtig erholt, neues 28-Jahreshoch von 845 Dollar
Januar 2008 – Gold durchbricht das alte Allzeithoch von 850 Dollar
März 2008 – Gold erstmals über 1.000 Dollar; neues Rekordhoch bei 1.033 $; danach Preisverfall unter 900
Februar 2009 – Gold hat sich erholt, wieder über 1.000 Dollar
April 2009 – China verkündet, dass es seine Goldreserven innerhalb von 5 Jahren verdreifacht hat
Dezember 2009 – Gold über 1.200 Dollar, Dubai-Krise
Mai 2010 – neuer Höchststand über 1.230 Dollar, Euro-Krise mit Griechenland und Portugal
Juni 2010 – Gold über 1.264 Dollar
14. September 2010 – neuer Rekord bei 1.269 Dollar wegen großer Unsicherheiten über Wirtschaft und Finanzen
Nach der Gold- und Siberkaufpanik vom April und Mai – angeheizt duch verschiedene Internetseiten, die das schnelle Ende des Euro und eine unmittelbar bevorstehende Währungsreform zu Pfingsten propagiert hatten, haben sich die Gemüter wieder beruhigt.
Die Gold- und Silberpreise sind auf günstige Kaufkurse zurückgekommen, aber momentan nutzen relativ wenige Anleger die Gunst der Stunde. Einerseits, weil sie in Urlaub sind; andererseits , weil die Markt-Stimmung auf Euphorie für die Wirtschft und Aktien gedreht hat und das Sentiment für Edelmetalle stark nach unten ging.
Die Fundamentaldaten für Gold und Silber sind bullisch wie eh und je, doch die Öffentlichkeit wird wieder intensiv mit Anti-Gold-Informationen beschallt und bestrahlt: Gold ist angeblich in der “Bubble-Phase”.
Und das , obwohl nicht mal 2 Prozent aller Investoren weltweit in Gold investiert sind. Im Vergleich dazu: in den 80-er Jahren waren rund 25% der Vermögen in Gold angelegt.
Doch die “Blasen-Theorie” kommt gut an. Scheinbar bestätigt wird sie durch die Kursrückgänge der letzten Wochen. Dass diese allerdings auf ganz banale Manipulationsmechanismen mit Papier-Gold zurück zu führen sind, interessiert im Augenblick auch niemand. Jeder sieht, was er sehen will.
Im September sieht die Welt dann wieder ganz anders aus. Urlaub vorbei, Krise zurück, Gold und Silber gefragt wie im April/Mai. Freuen Sie sich drauf



